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Explosives im Untergrund

Veröffentlicht von () am 25.04.2008
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Aufregung rund um den Kanaldeckel

Die Sprengung im Kanal hat in Dainrode für Gesprächsstoff gesorgt. Polizei und Kampfmittelräumdienst rückten an, Anwohner wie Hermann Küster (Foto rechts) beobachteten die Aktion. Auf dem Bild unten ist der Kanaldeckel zu sehen, durch den die Videokamera eingelassen wurde, mit der die Handgranate entdeckt wurde. Wie sie in den Kanal gekommen sei, das wisse man nicht, hieß es von Seiten der Polizei. Die Granate sei allerdings schon stark verrostet gewesen. Das Archivbild unten links zeigt ein neueres Modell einer Handgranate, (mam)

Explosives im Untergrund

In Dainrode rätseln die Einwohner über einen Handgranatenfund in der Kanalisation

Von Matthias Müller
DAINRODE. „So etwas hatten wir nach meiner Kenntnis noch nicht", sagt Kriposprecher Jürgen Wilke. Eine Handgranate ist in der Kanalisation von Dainrode vom Kampfmittelräumdienst gesprengt worden (HNA berichtete). Das gibt den Bewohnern des Ortes auch eine Woche nach dem großen Knall immer noch Rätsel auf. Eine Annährung an einen kuriosen Fall:

• Der Fund: Als die Kanäle von Dainrode routinemäßig mit einer Videokamera auf Schäden geprüft werden, taucht an einer Stelle im Mühlweg auf dem Bildschirm der Fachfinna plötzlich ein unbekannter, granatenartiger Gegenstand auf. Die Polizei wird alarmiert.

• Der Einsatz: Es stellt sich heraus, dass sich um eine verrostete Granate handelt. Nun rücken die Experten vom Kampfmittelräumdienst an und betrachten den Fall. Die Granate liegt 17 Meter weit
entfernt vom Schacht, 1,30 Meter tief in einem engen Rohr - die Fachleute überlegen, was zu tun ist.

• Die Anwohner: „Was Genaues wissen wir immer noch nicht", sagt Anwohner Hermann Küster eine Woche nach der Sprengung. In dem 220-Einwohner-Ort bleibe der Fund Gesprächsthema, ergänzt sein Sohn, Ortsvorsteher Alexander Küster. Während der Polizeiaktion habe man kaum etwas erfahren können, sagt ein anderer Anwohner. Er hätte sich frühere Informationen gewünscht, erklärt er.

• Die Sperrung: Es habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Anwohner bestanden, erklärt Kriposprecher Jürgen Wilke. Mit der Sprengung seien die Experten vom Kampfmittelräumdienst auf Nummer sicher gegangen. „Das war die einfachste Lösung." Die Polizei habe vor der Sprengung die Straße gesperrt. Einige Schaulustige wurden in sichere Enfernung gebeten.

• Der große Knall: Die Experten setzen einen speziellen Schlitten ein und führen damit durch den Kanal eine kleine Sprengladung an die Granate heran. Dann geht alles ganz schnell. „Es hat einen richtigen Schlag getan", erinnert sich Anwohner Hermann Küster. Damit war die Granate zerstört. Am Kanal entstanden keinen größeren Schäden.

• Das Rätsel: Was war das genau für eine Granate - und wie kam sie in den Kanal? Fragen, auf die auch die Polizei keine Antwort habe, sagt Jürgen Wilke. Ob sie durch jemanden eingespült worden sei, könne man nur mutmaßen. „Wie ein Wickelschinken sah sie aus", erinnert sich ein Anwohner, der den Video-Bildschirm gesehen hat. Das Wichtigste sei, dass niemand verletzt wurde, ergänzt ein anderer. Das sieht auch Jürgen Wilke so. Womöglich hätte es gefährlich werden können, wenn die Granate irgendwo herausgespült und im Freien von Passanten entdeckt worden wäre.

SERVICE

Granatenfund: So reagieren Sie richtig
Das rät die Polizei für den Fall, dass man Granaten oder Munition entdeckt:

• Auf keinen Fall abdecken, berühren oder anheben beziehungsweise werfen.

• Sich vorsichtig aus dem Umfeld entfernen (womöglich liegen auch dort Fundstücke), aber eine Markierung in der Nähe hinterlassen, damit man die Stelle wiederfindet.

• Die Polizei informieren (Telefon: 110) und Personalien angeben. Für Wegbeschreibung bereithalten.

• Den Fund nicht herumerzählen - das könnte Neugierige anlocken.

• Falls Menschen zufällig vorbeikommen, in ruhigem Ton erklären, dass sie die Stelle wegen möglicher Gefahr meiden sollen

Zuletzt geändert am: 13.10.2011 um 16:34:50

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