Ersterwähnung

Urkunde über die Ersterwähnung von Dainrode im Jahre 1197-1200

Propst Johann, Dekan A[delheim] zu Fritzlar und Probst G[umbert] zu Hofgeismar bekunden, das Werner von Bischofshausen auf Befehl Erzbischof Konrads von Mainz die Entscheidung des langwierigen Streits zwischen dem Abt von Aulesburg und den Einwohnern zu Elberode über den Wald Bernheit und einen Teil des Waldes Mareswalt übernommen und mit dem Rat Graf Friedrichs und anderer Anwesender beide Parteien dahin geeint hat, den Streit durch Befragung von zehn unverdächtigen Landgenossen zu entscheiden.

Die dazu Bestimmten sprachen den Wald Bernheit unter Eid einstimmig dem Abt zu, konnten aber über den anderen Wald nicht einig werden. Werner erschien daher mit ihnen vor den Ausstellern als Vertretern des abwesenden Erzbischofs und bat um Rat.
Da auch der Abt unter Vorweisen des Klosterprivilegs um Entscheid bat, haben sie den Wald Bernheit gemäß Urkunde und Geschworenenspruch dem Abt ugewiesen, den anderen Wald aber zur Ausschaltung einseitiger Eingriffe bis zur Herbeiführung eines erzbischöflichen Entscheids mit dem Interdikt belegt.

Geschworene für den Abt waren Rudolf von Wiera, Konrad von Grüsen, Konrad von Sigental, Bernhard von Schweinfe, Reinhold von Dainrode, für die Gegenseite Kuno und Lenzelen, Hartmut und Rüdiger von Battenhausen, Bertram von Hundsdorf; von diesen haben die acht Nichtadligen nach Berichten älterer Leute ausgesagt, während die beiden alten Ritter Rudof von Wiera und Konrad von Grüsen erklärten, sie seien selbst Augenzeugen der im Beisein Erzbischofs Heinrichs, Graf Poppos von Reichenbach und vieler Edler erfolgten Abgrenzung des Waldes mit inzwischen böswillig beseitigten Malbäumen gewesen.

Zeugen der Verhandlung vor Werner: die Burgmannen zu Densberg, Heinrich von Albshausen, Ludwig von Schweinfe, Werner von Römershausen und Heinrich von Lindenborn; die Edlen Graf Friedrich, Heinrich von Keseberg, Heinrich von Englis, Widold von Kleinern; beim Spruch der Aussteller: die Stiftsherren Markmann, Heinrich Kantor, Werner von Bischofshausen, Heinrich von Albshausen, Heinrich Schultheiß zu Fritzlar; die Edlen Graf Friedrich von Wilungen, Graf Erpo von Bilstein und sein Bruder Widekind, Heinrich von Keseberg, Widold von Kleinern. [Ohne datum]

Auf Grund der erwähnten Abwesenheit Erzbischof Konrads wird die Urkunde auf die Jahre seiner Palästinareise 1197 – 1200 zu datieren sein; die Zeugennamen stimmen, soweit zeitlich faßbar, zu diesem Absatz.

(Aus: Buch über das Kloster Haina – Regesten und Urkunden – Erster Band: 1144 – 1300 – Bearbeitet von Eckhart G. Franz, Marburg 1962. Dieses Buch befindet sich im Benutzersaal des Staatsarchivs in Marburg.)

Comments are closed.